Meldungen aus dem Landesverband Saar

Bewegende Fahrt zum ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof in den Vogesen

Detlev Zägel

Zum ersten Mal hatte der Volksbund LV Saar eine Exkursion zum KZ Natzweiler-Struthof ausgeschrieben. 26 Personen nahmen an der offenen Fahrt am 16. Juli unter Leitung des Landesvorsitzenden Werner Hillen teil. Um 9:00 Uhr starteten die Teilnehmer*innen in Saarbrücken. Unterbrochen wurde die dreistündige Fahrt mit einer Kaffeepause in der Patisserie „Klugesherz“ in Soultz-les-Bains.

Gegen 13:00 Uhr erreichte die Gruppe den Bahnhof in Rothau, an dem vor 80 Jahren die Häftlinge, fast ausnahmslos Widerstandskämpfer, sog. NN-Häftlinge, in Viehwagons eintrafen. Auf einer Gedenktafel lesen die Teilnehmer*innen den appellierenden Spruch: „Passants, souvenez-vous des martyrs pour la liberté.“ Während sich die Häftlinge damals den 8 km langen Anstieg bis zum Lager emporquälen mussten, erreichte die Gruppe im bequemen Reisebus das Ziel.
 

Hillen hatte die Teilnehmer*innen schon im Bus darauf vorbereitet, was sie erwartet. „Struthof war kein Vernichtungslager wie Auschwitz, sondern ein Arbeitslager, in dem die Häftlinge 12 Stunden Zwangsarbeit bei äußerst magerer Kost in einem Steinbruch leisten mussten. Haftbedingungen und Hygiene waren katastrophal, dem physischen und psychischen Stress konnte keiner entgehen.“ Besonders aufrüttelnd waren die Berichte über den menschenverachtenden Umgang der Täter mit ihren Opfern, der sich auch in Menschenversuchen widerspiegelte. Seine Ausführungen ergänzte der Referent um Zeitzeugenberichte, die die Zuhörer*innen ganz besonders bewegten.

„ Die Führung durch das Lager von Herrn Hillen war sehr beeindruckend; nicht zuletzt auch durch das Zitieren der zahlreichen Zeitzeugenberichte, die das damalige Geschehen sehr veranschaulichen, aber trotzdem nicht begreifbarer machen ... man bleibt fassungslos zurück.“

Stefan Reuter, Teilnehmer aus Saarbrücken

Fast drei Stunden dauerte die Führung. Die Teilnehmer*innen lernten das Museum, den Bunker und das Krematorium kennen. Als Mahnmal steht die steinerne Flamme an der höchsten Stelle des KZ‘s und leuchtet in die Welt hinein, so als wolle sie sagen: Nie wieder!

Nach dieser schweren Kost fand die Gruppe etwas Ablenkung und Entspannung in der Auberge du Moulin in Harskirchen, wo verschiedene Sorten Flammkuchen auf sie warteten.

Da die Teilnehmer*innen so angetan von der Fahrt waren, meldeten sich manche direkt für die nächste offene Fahrt zu den Schlachtfeldern von Verdun am 10. September an.

Wer ebenfalls Interesse an dieser Tagesfahrt hat, findet hier weitere Infos. Anmeldungen sind noch möglich.

 

Text: Werner Hillen und Amélie Zemlin-Kohlberger

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