Meldungen aus dem Landesverband Saar

Werner Hillen erhält Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Auszeichnung in Neunkirchen durch die Ministerin für Bildung und Kultur

Nach der Verleihung (v.l.n.r.): Doris Deutsch, Christine Streichert-Clivot, Werner Hillen, Christiane Meiser, Landrat Sören Meng, Bürgermeisterin Lisa Hensler Volksbund

Das Ministerium für Bildung und Kultur hatte ins Neunkircher Rathaus eingeladen, wo Ministerin Christine Streichert-Clivot ihm in feierlichem Rahmen die Verdienstmedaille und eine Urkunde verlieh.

„Der Einsatz für das Gemeinwohl vererbt sich nicht einfach allein von Generation zu Generation. Sein Wert muss immer wieder vorgelebt und vermittelt werden. Gerade darin liegt auch der große Verdienst Werner Hillens. In seinen 43 Jahren als Lehrer hat er sich nachhaltig im Kampf gegen Rassismus, Gewalt und Faschismus engagiert. Er hat für junge Menschen gemeinsame Erlebnisse geschaffen, Begegnungen ermöglicht und die Erinnerungskultur im Saarland mitgeprägt. Wir leben seit Jahrzehnten in Frieden und Demokratie, weil Menschen wie Werner Hillen anderen Menschen zeigen, dass beides eben nicht selbstverständlich ist, sondern fortwährenden Einsatz voraussetzt. Ich danke ihm dafür herzlich“

Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot

Hillens unermüdliches Engagement

Zeitzeugin Doris Deutsch hatte den Vorschlag, Hillen auszuzeichnen, an den saarländischen Ministerpräsidenten, Tobias Hans, herangetragen. Dieser unterstützte den Vorschlag und gab ihn an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier weiter, welcher die Urkunde sogar im Original unterschrieb.

Hillen war nicht nur in seinen 43 Berufsjahren als Schulleiter schon sehr engagiert in der Friedensarbeit – er lebt diese auch als Landesvorsitzender des Volksbunds im Saarland vor. In seiner Zeit an der Edith-Stein-Schule in Friedrichsthal wurde diese als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Heute tragen mehr als 50 Schulen im Saarland diesen Titel. Er leitete die Projektgruppe „Gegen Rassismus und Gewalt“, initiierte das Projekt Friedenstaube mit Projektbuch (Bekannte Persönlichkeiten werden mit einer goldenen Friedenstaube fotografiert und schreiben einen Text zum Thema „Frieden“ in das Buch), rief zwei Ausstellungen („Der Gewalt keine Chance! - Schüler über Nazi-Terror und Rechtsextremismus im Saarland“ sowie „VDK Spurensuche“, die er mit Doris Deutsch in über 40 Schulen gezeigt hat) ins Leben und war an der Gestaltung zweier Flyer („Gestapo-Lager Neue Bremm“ sowie „Edith Stein – eine außergewöhnliche Frau“) maßgeblich beteiligt.

Als Landesvorsitzender führt er seit 2013 Schulklassen durch das KZ Natzweiler-Struthof sowie verschiedene Gruppen (Schulen, Bundeswehr, Reservisten, Vereine, Mitglieder des Volksbunds) über die Schlachtfelder von Verdun. Die Entstehung der LAGE (Landesarbeitsgemeinschaft für Erinnerungsarbeit) geht auf seine Initiative zurück. Er hat den Volkstrauertag in Saarbrücken mittels Einbindung von Jugendlichen neugestaltet, Workcamps auf Usedom organisiert und dieses Jahr kurz hintereinander Exkursionen nach Auschwitz mit je einer Schüler- bzw. Lehrergruppe geplant und durchgeführt.

Erinnerungsarbeit, wie wir sie uns wünschen

Hillen greift in seiner Dankesrede ein Ereignis auf, das ihn sehr geprägt hat und das er gerne weiterträgt: Zwei Jugendliche einer Gruppe, die er durch das KZ Struthof geführt hatte, wollten nach der Führung nochmal zum Aschengrab zurückkehren. Auf der Rückfahrt greift einer der beiden zum Busmikrofon: „Als wir am Aschengrab ankamen, sagte Marvin, er würde gerne eine Schweigeminute einlegen. Ich stimmte zu, und so knieten wir mehrere Minuten vor der Gedenkstätte nieder. Auf dem Weg nach oben, zum Hauptappellplatz, wo der Galgen steht, haben wir noch sehr tiefgründig über unsere Verantwortung gesprochen, so etwas für immer zu verhindern. Und jetzt an Euch alle! An jeden Einzelnen, der hier im Bus sitzt:

Es hat keinen Sinn, solch eine grausame Erfahrung in den Mauern des KZ zu lassen.

Es hat keinen Sinn, niemandem davon zu erzählen.

Es hat keinen Sinn, seine Stimme nicht zu erheben, wenn Rassismus und Antisemitismus direkt neben uns passiert.

Nein. Wir müssen alles, was wir hier gehört und erlebt haben, hinaus in die Welt tragen und zwar nicht als tiefe Traurigkeit, sondern als feurigen Mut, etwas zu verändern und für die Freiheit zu kämpfen.

Also, lasst uns hingehen und den Marvin machen und jedem erzählen, wie schlimm es war, und lasst uns jeden Menschen dieser Welt dazu animieren, endlich aufzuwachen und das, was damals passierte, für immer und endgültig zu verhindern.“

Danke vom Team

Das ist das, was Werner Hillen nicht nur jungen Menschen weitergeben will: Frieden ist nicht einfach da und schon gar nicht selbstverständlich. Er braucht Mut und Menschen, die ihn verteidigen. Jeder sollte die Vergangenheit kennen, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten. Und jeder sollte auch seinen Beitrag zu Frieden, Freiheit und Demokratie leisten. Werner Hillen hat seinen Weg gefunden und wird ihn auch weiterhin aktiv gestalten.

Das Team der Landesgeschäftsstelle dankt Hillen für seine kreativen Ideen, sein Engagement und seine nachhaltige sowie prägende Friedensarbeit!

Du hast es verdient, lieber Werner!

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