Projekte aus dem Landesverband

VDK Spurensuche: eine Ausstellung von Jugendlichen für Jugendliche

Spurensuche im Saarland nach Kriegsopfern des Zweiten Weltkrieges – Ein Projekt der Edith-Stein-Schule in Friedrichsthal mit Unterstützung des Volksbunds

Schüler*innen der Edith-Stein-Schule auf der Kriegsgräberstätte in Andilly Volksbund

Was im Jahre 2012 begann, entwickelte sich zu einem Erfolgsprojekt. Es entstand eine Ausstellung, die schon in über 40 Schulen des Saarlandes gezeigt wurde, in Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Berufsfachschulen.

Im Zweiten Weltkrieg starben weltweit mehr als 60 Millionen Menschen. Das ist lange her! Der Zweite Weltkrieg endete vor 75 Jahren. Seitdem leben wir in Frieden, Freiheit und Demokratie. Für Jugendliche selbstverständlich! Sie haben nichts anderes kennengelernt. Doch um die Zukunft erfolgreich zu meistern, muss man die Vergangenheit kennen. Diese Zeit mit ihrem übersteigerten Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und den unvorstellbaren Gewalteruptionen darf sich nie mehr wiederholen. „Nie wieder Krieg!“, das war die Forderung nach dem 8. Mai 1945.

Doch wie kann Geschichtsvermittlung trotz dieses großen zeitlichen Abstandes gelingen?

Deutsche Soldaten liegen in 46 Ländern auf 832 Kriegsgräberstätten. Jährlich findet der Volksbund noch 20.000 bis 30.000 Soldaten, von denen etwa ein Drittel noch identifiziert werden kann. In den Gemeinden und Städten Deutschlands erinnern Mahnmale und Gräber an die Kriegstoten. Allein im Saarland gibt es über 18.000 Kriegsgräber, verteilt auf Gemeindefriedhöfen und sechs Kriegsgräberstätten, die sich in der Obhut des Landesamtes für Soziales befinden.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. hat in Kooperation mit der Edith-Stein-Schule in Friedrichsthal (damalige Schulleitung Werner Hillen) gemeinsam mit Schüler*innen ausgewählte Einzelschicksale saarländischer Kriegstoter recherchiert, dokumentiert und aufgeschrieben. Dadurch wurde die bloß faktische Geschichte zu einer erlebten Geschichte.

Ziel war es, den Kriegstoten, von denen es scheinbar nur Namen gibt, ihr Gesicht und ihre persönliche Geschichte zurückzugeben. Im Projekt sollte den Schüler*innen überdies Gelegenheit gegeben werden, ihre eigenen Ideen mit einzubringen und um­zusetzen. Auch persönliche Schicksale aus den Familien der teilnehmenden Jugendlichen, mit und ohne Migrationshintergrund, sollten somit aufgegriffen und recherchiert werden. Darüber hinaus wurden Gespräche mit Zeitzeugen organisiert bzw. mit den Familienmit­gliedern, die jedes Jahr Blumenschmuck am Grab ihres im Krieg gefallenen Angehörigen niederlegen.

Zur Einstimmung in die Thematik unternahmen die Schüler*innen, die sich an diesem Projekt beteiligten, am 11. Oktober 2012 eine Informationsfahrt nach Verdun und zur deutschen Kriegsgräberstätte nach Andilly in Frankreich (s. Foto oben). So wurden die Jugendlichen zunächst einmal an Erinnerungsorte und Zeiten der Gewaltherrschaft herangeführt. Es wurden kritische Fragen diskutiert, nach historischen Spuren und aktuellen Bezügen gesucht, Eindrücke aufge­nommen.

Besuche bei Zeitzeugen und Angehörigen sowie die Auswertung und Aufbereitung des gesammelten Materials bestimmten anschließend die Projektarbeit. Während der gesamten Zeit wurde das Schulprojekt durch Berichterstattung der Saarbrücker Zeitung und des Saarländischen Rundfunks begleitet.

Die Wanderausstellung besteht aus 24 Tafeln und kann kostenlos in der Geschäftsstelle ausgeliehen werden. Hier können Sie sich die Tafeln bereits vorher ansehen und herunterladen.

Zur Einführung in die Ausstellung kommen die Zeitzeugin Doris Deutsch und der Landesvorsitzende des VDK, Werner Hillen, in die Schule. Vereinbaren Sie gern einen Termin mit uns!

Text: Werner Hillen

Presse und Berichte zum Schulprojekt "VDK Spurensuche":

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