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Meldungen aus dem Landesverband Saar
Meldungen aus dem Landesverband Saar

Einsegnung einer neuen Kriegsgräberstätte in Spiesen-Elversberg

Volksbund-Umbetter war maßgeblich beteiligt

Eine Gruppe Menschen steht auf einem Friedhof.

Landesgeschäftsführer Carsten Baus (r.) hält ein Grußwort vor den Anwesenden. Volksbund/Amélie Zemlin-Kohlberger


Vor ziemlich genau einem Jahr war Umbetter Joachim Kozlowski im Saarland. Er bettete 41 Kriegstote vom Alten Friedhof Elversberg auf den Hauptfriedhof Elversberg um (wir berichteten). Der Friedhof wurde nicht mehr genutzt, sodass entschieden wurde, eine neue Kriegsgräberstätte anzulegen, die von der Bevölkerung wieder wahrgenommen wird. Dieses Projekt ist nun abgeschlossen – die Einweihung und Einsegnung der Kriegsgräberstätte fand Mitte September statt. An der Zeremonie nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindeverwaltung, des Gemeinderats, der Kirchen sowie des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. und Angehörige der Verstorbenen teil.
 

Redebeiträge und Bedeutung der Gedenkstätte

Bürgermeister Bernd Huf erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Kriegsgräber nicht nur Orte des Gedenkens, sondern auch Mahnmale für Frieden und Versöhnung sind. Er verwies auf die besondere Bedeutung solcher Stätten in einer Zeit, in der der Krieg wieder in Europa spürbar ist. Zudem dankte er allen Beteiligten für die geleistete Arbeit, insbesondere Joachim Kozlowski vom Volksbund und Simone Henning und Daniel Osbild vom Landesamt für Soziales. Dieses hat im Saarland die Aufsicht über die Kriegsgräberstätten inne.

Der Landesgeschäftsführer des Volksbundes, Carsten Baus, griff in seiner Ansprache den kürzlichen Fund einer Weltkriegsbombe in Saarlouis auf. Die Entschärfung hatte die Stadt einen ganzen Tag lang in Schach gehalten. Auch in anderen deutschen Städten werden regelmäßig Munition und Bomben gefunden. In der Ukraine wiederum treffen die Soldatinnen und Soldaten beim Ausheben von Schützengräben nicht selten auf 80 Jahre alte Gebeine von Weltkriegstoten. Dies alles zeigt, wie der Zweite Weltkrieg unsere heutige Welt immer noch beeinflusst. Es sei wichtig, dass die Kriegsgräberstätten weiterhin gepflegt und wahrgenommen werden. Noch wichtiger aber sei es, über die Vergangenheit aufzuklären und innerhalb der Generationen miteinander im Gespräch zu bleiben, so Baus. 

Gestaltung der Gedenkstätte

Im Zuge der Herrichtung wurde um die Gräber ein Weg angelegt, der Raum zum Verweilen, Innehalten und Gedenken bietet. In der Mitte befindet sich eine kreisrunde Fläche mit freiem Blick auf alle Gräber. Ergänzend wurden zwei Tafeln aufgestellt, die über den Verlauf des Zweiten Weltkriegs informieren und die Namen, Todesdaten sowie Dienstgrade oder Berufe der Bestatteten nennen. 

Einsegnung und Totengedenken

Die Einsegnung der Gräber erfolgte durch Pfarrerin Doris Barrois und Pfarrer Mathew Dimil. Zwei Schüler der Alex-Deutsch-Schule verlasen das Totengedenken, das eindringlich an die Opfer von Krieg, Verfolgung und Ausgrenzung erinnerte und angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage besondere Aktualität erhielt. Drei Kränze an der Gedenkstätte unterstrichen den feierlichen Charakter der Einweihung.

Wir bedanken uns herzlich für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Spiesen-Elversberg! Die neue Kriegsgräberstätte ist ein gutes Beispiel für einen Ort, an dem man mit anderen Besucherinnen und Besuchern über die Kriegstoten ins Gespräch kommt und sie nicht vergisst.

Text: Gemeinde Spiesen-Elversberg und Amélie Zemlin-Kohlberger

Amélie Zemlin-Kohlberger Assistentin für Öffentlichkeitsarbeit