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Meldungen aus dem Landesverband Saar
Meldungen aus dem Landesverband Saar

Ausstellung „Spurlos Verschwunden“

Auf der Suche nach polnischen Lebenszeichen aus dem Zweiten Weltkrieg

Einige Herren und Damen stehen zusammen in einem Flur und lächeln in die Kamera

v.l.n.r.: Bürgermeister Klauspeter Brill, Landesgeschäftsführer Volksbund, Carsten Baus, polnischer Generalkonsul Marek Gluszko, Prof. Dr. Gergen von der Kommission für saarländische Landesgeschichte, Julia Röttjer, Deutsches Polen-Institut Darmstadt, Bildungsreferentin Volksbund, Lilian Heinen-Krusche, Schulleiter Frey, Landesvorsitzender Volksbund, Alwin Theobald Volksbund/Amélie Zemlin-Kohlberger


Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Saar, hatte letzte Woche zur Eröffnung der Ausstellung des Deutschen Polen-Institutes ins Johannes-Kepler-Gymnasium nach Lebach eingeladen. Unmittelbar an dem Ort, wo nach dem Zweiten Weltkrieg ehemalige polnische Zwangsarbeiter mehr als zwei Jahre als „Displaced Persons“ leben mussten.
 

Die Ausstellung folgt auf ihrer Suche den Spuren der nahezu drei Millionen Menschen aus Polen, die sich während des zweiten Weltkriegs in Deutschland aufgehalten haben. Welche Lebenszeichen gibt es heute noch in Lebach, Beckingen, Völklingen oder Saarbrücken? Im Fokus stehen Einzelschicksale im heutigen Rheinland-Pfalz und Saarland. 

Die Wanderausstellung beginnt mit vier einführenden Tafeln, auf denen u. a. wichtige historische Begriffe erklärt werden. Dazu kommen 19 Tafeln, die Erinnerungsorte beziehungsweise „Lebenszeichen“ thematisieren. Diese Einzelschicksale stehen stellvertretend für viele andere. Die Beschäftigung mit diesen Menschen und ihre Spuren, gerade in einem lokalen, bekannten Umfeld, eröffnet eine neue Sicht auf die Zeit des Nationalsozialismus. 

Bei der Ausstellungseröffnung sprachen Schulleiter Frey, Bürgermeister Brill, Landrat Lauer, Landesvorsitzender Alwin Theobald, der polnische Generalkonsul Marek Gluszko aus Köln sowie Prof. Dr. Gergen von der Kommission für saarländische Landesgeschichte.

In das Thema der Ausstellung führte Julia Röttjer vom Deutschen Polen-Institut aus Darmstadt ein. Im Saargebiet wurden im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Polen, aber auch aus der Ukraine und anderen Teilen der damaligen Sowjetunion, eingesetzt. Diese arbeiteten zum Beispiel in der Rüstungsindustrie, bei der Reichsbahn, in lokalen Betrieben und in der Landwirtschaft. Zahlreiche Menschen überlebten diese Zeit nicht.

Viele Orte der Zwangsarbeit sind heute nicht mehr sichtbar. Die Ausstellung macht die Schicksale dennoch nachvollziehbar. Auf insgesamt 23 Tafeln werden konkrete Lebenswege dokumentiert, darunter auch Beispiele von Menschen, die für menschliches Handeln in unmenschlichen Zeiten bestraft wurden.

In seiner sehr emotionalen Rede betonte Landrat Lauer wie wichtig es ist aus der Vergangenheit zu lernen und erwähnte die heutigen guten und engen Beziehungen zu polnischen Partnerkreisen und Schulen. Weiterhin sagte er: „Dies sei ein lebendiges Zeugnis dafür, dass wir aus der Geschichte gelernt haben.“

Ziel des Volksbundes ist es gerade junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren, um die wichtige Erinnerungsarbeit zu stärken. Geplant sind Führungen von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und des Kepler-Gymnasiums mit Peer Guides.

Mit dem Zwangsarbeiterkeller im Kepler-Gymnasium kann man weiterhin einen historischen Ort begehen und sich auf Spurensuche der dort entwurzelten Menschen begeben. Der Ausstellungsort befindet sich in der 1. Etage (Sekretariat) des Johannes-Kepler-Gymnasiums in der Dillinger Straße 67, 66822 Lebach.

Führungen nach Voranmeldung möglich bis zum 30.09.2026

Bis zum 30. September bietet der Volksbund kostenlose Führungen an. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Frau Heinen-Krusche (Volksbund) unter der Telefonnummer 06831 – 4 888 598 oder per E-Mail an saarland@volksbund.de. Dauer der Führung ca. 45 Minuten.